
Pilotschulungen des MAYA-Projekts in Konya abgeschlossen:Montessori in die Praxis gebracht
Die Pilotschulungen des MAYA-Projekts (Mainstreaming Actions to Reinforce the Professional Dimension and Emotional Side of Young Adult NEET Women in Europe) wurden erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt wird im Rahmen des Erasmus+-Programms durchgeführt, von der Europäischen Kommission über die Türkische Nationalagentur finanziert und von der Universität Selçuk koordiniert. Die Schulungen fanden im Jugendrat von Selçuklu, im Jugendzentrum Atmosfer Bosna und im Volksbildungszentrum Meram in Konya statt. Parallel zu den Schulungen wurde auch der individuelle Mentoring-Prozess gestartet.
Im Rahmen der ersten Zielgruppe (TG1) wurden Gruppenschulungen für 30 junge NEET-Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren durchgeführt. Im Rahmen der zweiten Zielgruppe (TG2) wurden die MAYA-Ergebnisse von 31 Fachkräften aus der Praxis überprüft und validiert, darunter Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Fachleute, die NEET-Frauen unterstützen.

Anpassung des Montessori-Ansatzes an die Erwachsenenbildung und die Praxis
Das Besondere am MAYA-Projekt besteht darin, dass die von Maria Montessori für die Bildung von Kindern entwickelten Prinzipien neu interpretiert und an benachteiligte junge erwachsene Frauen angepasst wurden. Prinzipien wie Beobachtung, eine vorbereitete Lernumgebung, taktile und praktische Materialien, Autonomie und selbstgesteuertes Lernen wurden in einen flexiblen Handlungsrahmen überführt, der das individuelle Tempo, den Lebensweg und die Ziele jeder Frau in den Mittelpunkt stellt, anstatt einen starren Lehrplan vorzugeben. In diesem Ansatz werden die Ausbildenden nicht als reine Wissensvermittelnde verstanden, sondern als Begleitende, die den Lernprozess moderieren und gemeinsam mit den Teilnehmerinnen gestalten.
Sieben Module und Aktivitäten in der Praxis
Die Schulungen wurden auf Grundlage des Montessori-basierten, aus sieben Modulen bestehenden MAYA-Schulungscurriculums durchgeführt. Jedes Modul umfasst einen Sitzungsplan, Lernziele, Aktivitäten, Reflexionsfragen und Bewertungsinstrumente.
• Modul 1 – Individualisierung, Co-Design und beobachtungsbasiertes Lernen: In der Aktivität „Lernreise-Mapping“ visualisierten die Teilnehmerinnen ihre persönlichen Meilensteine, während sie in der Aktivität „Co-Design eines Workshops“ in Kleingruppen eigene Lerneinheiten gemeinsam entwickelten.
• Modul 2 – Partizipativer Ansatz und Lerngemeinschaften: Gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Entscheidungsfindung wurden durch die Aktivitäten „Partizipationsleiter“ und „Karte der Lerngemeinschaft“ erfahrbar gemacht.
• Modul 3 – Geistige Anregung junger erwachsener Lernender: Die aktive Teilnahme wurde durch offene Fragen, lebensnahe Szenarien und kollaborative Aufgaben zur Problemlösung gefördert.
• Modul 4 – Entwicklung der Sinne, taktiler Ansatz und Integration von Technologie: Abstrakte Themen wurden greifbar gemacht; beispielsweise wurde die Budgetplanung mithilfe farbiger Karten und Münzen praktisch eingeübt.
• Modul 5 – Emotionale Intelligenz und sozial-emotionales Lernen: Es wurden Aktivitäten durchgeführt, um Empathie, Selbstregulierung und Vertrauen innerhalb der Gruppe zu fördern.
• Modul 6 – Fortschrittsbeobachtung: Die Entwicklung der Lernenden wurde durch Beobachtung, Tagebuchführung und Reflexion begleitet und dokumentiert.
• Modul 7 – Persönlicher Bildungsplan (PEP): Jede Teilnehmerin erarbeitete einen persönlichen Fahrplan mit kurz- und langfristigen Zielen, individuellen Stärken und konkreten Handlungsschritten.

Fünf interaktive Werkzeuge und Mentoring
Neben den Modulen wurden die fünf im Rahmen von WP3 entwickelten interaktiven Werkzeuge direkt mit der Gruppe erprobt. Diese umfassen die persönliche Zielkarte, eine praxisnahe Simulation, Peer-Mentoring-Kreise, ein Werkzeug zur gemeinsamen Entwicklung von Szenarien sowie eine Kompetenzbörse.
Auch der individuelle Mentoring-Prozess, bei dem die Teilnehmerinnen mit Mentorinnen und Mentoren zusammengebracht werden, wurde gestartet. Dieser unterstützt die Übertragung der während der Schulungen erzielten Lernergebnisse auf die persönlichen Entwicklungsziele jeder Teilnehmerin. In allen Phasen wurden unterzeichnete Einwilligungserklärungen, Vor- und Nachtests sowie Modulbewertungsfragebögen eingesetzt.
Es wurde festgestellt, dass die Teilnahme während der gesamten Schulungen hoch blieb und dass der aktivitätsorientierte sowie lernendenzentrierte Ansatz die Gruppeninteraktion und das Peer-Learning stärkte. Auch das Feedback der Fachkräfte fiel sehr positiv aus. Besonders hervorgehoben wurden die praxisnahe und unmittelbar einsetzbare Gestaltung der Werkzeuge sowie das inklusive Design des Curriculums.
Die im Rahmen der Pilotphase gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in den Nationalen Bericht des Projekts sowie in die offenen Bildungsressourcen (Open Educational Resources – OER) von MAYA ein, die unter mayaproject.eu frei zugänglich sind.


