
Die Pilotschulungen des MAYA-Projekts in Konya abgeschlossen: Montessori kommt in die Praxis
Die Pilotschulungen des MAYA-Projekts (Mainstreaming Actions to Reinforce the Professional Dimension and Emotional Side of Young Adult NEET Women in Europe – Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen und emotionalen Dimension junger erwachsener NEET-Frauen in Europa) — durchgeführt unter der Koordination der Selçuk-Universität im Rahmen des Programms Erasmus+, finanziert von der Europäischen Kommission über die Türkische Nationalagentur — wurden beim Selçuklu-Jugendrat, im Jugendzentrum Atmosfer Bosna und im Volksbildungszentrum Meram abgeschlossen. Parallel zu den Schulungen wurde zudem ein Eins-zu-eins-Mentoring gestartet.
Im Rahmen der ersten Zielgruppe (TG1) wurden Gruppenschulungen für 30 junge NEET-Frauen im Alter von 25 bis 29 Jahren durchgeführt. Im Rahmen der zweiten Zielgruppe (TG2) prüften und bewerteten 31 in der Praxis tätige Fachkräfte — Jugendarbeitende, Ausbildende und Fachleute, die NEET-Frauen unterstützen — die MAYA-Ergebnisse.

Die Anpassung des Montessori-Ansatzes an die Erwachsenenbildung und die Praxis
Was MAYA einzigartig macht, ist, dass die von Maria Montessori für die Bildung von Kindern entwickelten Grundsätze für benachteiligte junge erwachsene Frauen angepasst und neu interpretiert wurden. Grundsätze wie Beobachtung, eine vorbereitete Lernumgebung, taktile und praktische Materialien, Autonomie und selbstgesteuertes Lernen wurden — anstatt einen starren Lehrplan vorzugeben — in eine flexible Roadmap umgewandelt, die das eigene Tempo, den Hintergrund und die Ziele jeder Frau in den Mittelpunkt stellt. Bei diesem Ansatz werden die Ausbildenden nicht als Vermittler von Wissen, sondern als Begleiterinnen und Begleiter verstanden, die den Prozess erleichtern und ihn gemeinsam mit den Teilnehmenden gestalten.
Sieben Module und Praxisaktivitäten
Die Schulungen wurden anhand des auf Montessori basierenden, siebenmoduligen MAYA-Schulungscurriculums durchgeführt. Jedes Modul besteht aus einem Sitzungsplan, Lernzielen, Aktivitäten, Reflexionsfragen und Bewertungsinstrumenten.
Modul 7 – Persönlicher Bildungsplan (PBP): Jede Teilnehmerin erstellte eine persönliche Roadmap mit ihren kurz- und langfristigen Zielen, ihren Stärken und den zu unternehmenden Schritten.
Modul 1 – Individualisierung der Bildung, Co-Design und beobachtendes Lernen: In der Aktivität „Kartierung der Lernreise“ visualisierten die Teilnehmerinnen ihre eigenen Wendepunkte, während in der Aktivität „Co-Design eines Workshops“ Kleingruppen ihre eigenen Sitzungen gemeinsam entwarfen.
Modul 2 – Partizipativer Ansatz und Lerngemeinschaften: Durch die Aktivitäten „Leiter der Partizipation“ und „Karte der Lerngemeinschaft“ wurden Peer-Unterstützung und gemeinsame Entscheidungsfindung erfahrbar gemacht.
Modul 3 – Geistige Anregung junger erwachsener Lernender: Durch offene Fragen, Szenarien aus dem realen Leben und kollaborative Aufgaben zur Problemlösung wurde eine aktive Beteiligung erreicht.
Modul 4 – Entwicklung der Sinne, taktiler Ansatz und Technologieintegration: Abstrakte Themen wurden greifbar gemacht; so wurde beispielsweise die Budgetverwaltung mithilfe farbiger Karten und Münzen erarbeitet.
Modul 5 – Emotionale Intelligenz und sozial-emotionales Lernen: Es wurden Aktivitäten durchgeführt, die Empathie, Selbstregulierung und das Vertrauen innerhalb der Gruppe fördern.
Modul 6 – Fortschrittsbeobachtung: Die Entwicklung der erwachsenen Lernenden wurde durch Beobachtung, Tagebuchführung und Reflexion verfolgt.

Fünf interaktive Werkzeuge und Mentoring
Gemeinsam mit den Modulen wurden die fünf im Rahmen von WP3 entwickelten interaktiven Werkzeuge direkt mit der Gruppe erprobt. Diese Werkzeuge umfassen die persönliche Zielkarte, die Simulation der realen Welt, die Peer-Mentoring-Kreise, die Co-Kreation von Szenarien und die Kompetenztauschmesse. Auch das Eins-zu-eins-Mentoring, bei dem die Teilnehmerinnen mit Mentorinnen und Mentoren zusammengebracht werden, hat begonnen; dieser Prozess unterstützt die Übertragung der in der Schulung erzielten Fortschritte auf die persönlichen Ziele. In allen Phasen wurden unterzeichnete Einwilligungserklärungen, Vor- und Nachtests sowie Fragebögen zur Modulbewertung eingesetzt.
Während der Schulungen wurde eine hohe Beteiligung beobachtet, und es zeigte sich, dass der aktivitätsorientierte, lernendenzentrierte Ansatz die Gruppeninteraktion und das Peer-Learning stärkt. Auch die Rückmeldungen der Fachkräfte fielen ausgesprochen positiv aus; insbesondere die einsatzbereite Beschaffenheit der Werkzeuge und die inklusive Gestaltung des Curriculums fanden Anerkennung. Die aus der Pilotierung gewonnenen Ergebnisse fließen unmittelbar in den Nationalen Bericht des Projekts und in die MAYA Offenen Bildungsressourcen ein, die unter mayaproject.eu frei zugänglich gehalten werden.
Dieses Projekt wird im Rahmen des Programms Erasmus+ durchgeführt, das von der Europäischen Kommission über die Türkische Nationalagentur finanziert wird (Projektnr.: 2023-1-TR01-KA220-YOU-000161339). Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autorinnen und Autoren und geben nicht die der Europäischen Kommission oder der Türkischen Nationalagentur wieder. Weder die Europäische Kommission noch die Türkische Nationalagentur können für die hier dargelegten Inhalte verantwortlich gemacht werden.








